Autogenschweißanlagen

Die Autogentechnik ist in sehr vielen unterschiedlichen Industriezweigen eine weit verbreitete Schweißtechnik. 

Das breite Einsatzspektrum setzt ein fundiertes Fachwissen der verschiedenen Einsatzmöglichkeiten voraus. Im folgenden Artikel möchten wir die verschiedenen Bestandteile von Autogenschweißanlagen näher erläutern und auf deren Gefahren hinweisen.

Autogenbrenner-Typen

Dabei werden folgende Brennerbauarten unterschieden:

Einzelflaschenanlage

Eine Autogen-Einzelflaschenanlage ist die einfachste Form einer Autogenanlage. Sie wird dabei von Hand geführt. Ihr Hauptanwendungsbereich ist als Schweißbrenner, Wärmbrenner oder als Schneidbrenner.

Ihre Bestandteile sind:

  • Flaschendruckminderer
  • Sicherheitseinrichtungen
  • Autogenschläuche
  • Brennersystem

Injektorbrenner

Hier bieten viele Hersteller kombinierte Geräte an und liefern Sets mit Schneideinsätzen und Schweiß- und Wärmeinsätzen.

Bestandteile und Aufbau eines Schneidbrenners (Injektorprinzip): 
1. Schneiddüse
2. Heizdüse
3. Brennerkopf
4. Mischrohr
5. Mischdüse
6. Druckdüse
7. Schneidsauerstoff
8. Brenngas
9. Heizsauerstoff

Bestandteile eines Schweiß-/Wärmbrenners (Injektorprinzip):
1. Brennerspitze
2. Mischkammer
3. Mischdüse
4. Druckdüse
5. Brenngas
6. Sauerstoff

Bei einem Schweiß-/Wärmbrenner oder auch Saugbrenner handelt es sich um einen Brenner, der eine Vormischung der Gase durchführt. Die Vormischung findet vor der Schneid- oder Wärmdüse statt.

Griffstück

Im Griffstück befinden sich die zum Absperren und Regeln notwendigen Ventile und die notwendigen Gasanschlüsse für Sauerstoff und Brenngas.

 

Sicherheitsinjektor

Der Sicherheitsinjektor gewährleistet eine hohe Betriebssicherheit, auch bei geringem Gasdruck. Er sorgt für eine hohe Durchflussleistung und kann universell eingesetzt werden (z. B. beim Brennschneiden oder Fugenhobeln). Bedingt durch diese hohe Durchflussleistung sorgt der Sicherheitsinjektor für eine gleichzeitige, zusätzliche Kühlung der Schneid- und Heizdüsen.

Inbetriebnahme eines Injektorbrenners

Vor der Inbetriebnahme eines Injektorbrenners ist immer eine Saugprobe durchzuführen. 
Dabei sollten folgende Schritte vorgenommen werden:

1. Sauerstoffschlauch an das Brennergriffstück anschließen
2. Sauerstoffventil und Brenngasventil am Griffstück öffnen
3. Die Saugwirkung am offenen Brenngasanschluss prüfen

Ohne Saugwirkung darf ein Injektorbrenner niemals gezündet oder betrieben werden.


Druckbrenner

Bei einem Druckbrenner gelangen die benötigten Heizflammengase in getrennten Rohren bis zum Brennerkopf. Dort werden sie in einer gasmischenden Düse zusammengeführt. Dabei treffen Sauerstoff und Brenngase unter weitestgehend gleichem Druck aufeinander.

Handbrenner für angesaugte Luft

In der Regel sind Propan-Umluft-Brenner gemeint, die hauptsächlich als Lötbrenner oder Anwärmbrenner eingesetzt werden. Bei diesem Brennertyp wird das Brenngas durch einen Brenngasschlauch mit einem vordefinierten Druck zugeführt.

Es gibt dabei drei unterschiedliche Arten der Luftansaugung:

  • Luftansaugung am Einsatz
  • Luftansaugung am Kopf
  • Luftansaugung am Griffstück

Gummischläuche

Die Anforderungen an Gummischläuche werden in der Norm EN ISO 3821 zusammengefasst und gelten für normale bis leichte Klassen bis zu einem Maximaldruck von 20 bar. Abgedeckt werden die Bereiche Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren.

In der Norm werden folgende Schlaucharten zusammengefasst:

  • Einfache Gummischläuche
  • Doppelschläuche
  • All-Brenngasschläuche
  • Fluxschläuche

Vor Arbeitsantritt sind Gummischläuche immer auf Dichtheit zu prüfen. Das Abrutschen des Schlauchs sollte mit Schlauchtüllen gesichert werden. Poröse oder beschädigte Schläuche sind auszutauschen.

Schlauchfarben

  • Rot: Acetylen
  • Orange: Propan
  • Blau: Sauerstoff
  • Schwarz: Inerte Gase bzw. Schutzgase

Vorzeitige Alterung
Flammenrückschläge können zu einer vorzeitigen Alterung der Gummischläuche führen. Rußpartikel im Schlauch fördern diesen Effekt zusätzlich. Dabei wird die Schlauchseele porös, die Textileinlagen stark druckbelastet und die Schlauchdecke instabil.

Wie sollten Gummischläuche gelagert werden?

  • Gummischläuche sollten trocken gelagert werden
  • Der maximale Biegeradius sollte nicht überschritten werden
  • Nicht zu hoch stapeln, um Verformungen zu vermeiden
  • Keine Wärmequellen in der Nähe der Schläuche

Druckminderer

Druckminderer oder Flaschendruckminderer regulieren einen veränderlichen Flaschenvordruck auf einen konstanten Nachdruck. Das Verhalten eines Druckminderers ist ideal, wenn trotz sinkendem Flaschenvordruck der Nachdruck konstant bleibt.

Wichtig: Flaschendruckminderer ohne behördliche Kennzeichnung dürfen in Deutschland nicht betrieben werden.

Tipp beim Verwenden von Druckminderern:
Vor dem Anschließen eines Flaschendruckminderers sollte das Flaschenventil kurzzeitig geöffnet werden.

Schlauchkupplungen

Schlauchkupplungen ermöglichen ein schnelles Anschließen und Lösen von Geräten unter Druck. Weiterhin wird ein Anschließen von Leitungen mit unverträglichen Gasen verhindert.

Eine Schlauchkupplung besteht aus zwei Bestandteilen: dem Kupplungsstift und Kupplungskörper. Der Kupplungskörper verfügt zusätzlich über eine selbsttätige Gassperre, die einen Gasaustritt bei entkuppelten Verbindungselementen verhindert.